Osterkirche Sparrieshoop

 

Kirchenstraße 21 in 25365 Kl. Offenseth-Sparrieshoop

 


Die alte Kirche in Sparrieshoop

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Kirchenstraße 21
in 25365 Klein Offenseth-Sparrieshoop

Die Kirche in Kl. Offenseth-Sparrieshoop

Die Kirche in Kl. Offenseth-Sparrieshoop wurde 1968 als Gemeindehaus mit Gemeindeschwesterwohnung in der damals üblichen Flachdach-Bausweise erbaut. Alle zwei bis drei Wochen hielt dann dort einer der Barmstedter Pastoren einen Gottesdienst. Auch für den Konfirmandenunterricht standen die Räumlichkeiten zur Verfügung. Als Anfang der siebziger Jahre die Gemeindeschwesterwohnung nicht mehr gebraucht wurde, ergab sich die Möglichkeit, dort die Kinderarbeit der Kirchengemeinde unterzubringen. So beherbergte dieser Teil bald die Kinderstube und wurde Keimzelle für den heutigen siebengruppigen Kindergarten der Kirchengemeinde in Sparrieshoop.

 

Bald zeigte sich auch, dass sich die Flachdach-Bausweise nicht bewährte. Und so wurde auf Gemeindehaus und Gemeindeschwesterwohnung ein Satteldach gesetzt. Ein Dachreiter mit einer Glocke krönte sodann das Gebäude.

Im Jahre 1996 konnte endlich der eigengewichtige Taufstein in dem Gemeindehaus aufgestellt werden, was dazu führte, dass immer mehr Sparrieshooper und auch Auswärtige ihre Kinder in Sparrieshoop ihre Kinder taufen ließen.

Seit 1997 begann dann die Sparrieshooper Gottesdienstgemeinde, Geld für den Bau eines eigenständigen Glockenturms mit zwei weiteren Glocken zu sammeln. Im Jahre 2003 war es dann endlich soweit, dass am Reformationstag in Passau die Glocken gegossen und am Ersten Advent der neue Glockenturm eingeweiht werden konnte.

Nun waren für jedermann die äußeren Zeichen kirchlichen Lebens vor Ort erkennbar. Im gleichen Jahr noch wurden daraus dann auch die Konsequenzen für das innerkirchliche Leben gezogen. Denn nunmehr wurde unter guter Beteiligung der Bevölkerung begonnen, regelmäßig sonntäglich in Sparrieshoop Gottesdienst zu feiern.
Die Gemeinde wuchs und die Kirche wurde zu klein, so begann nach langer Planung im Jahre 2012 der Bau einer neuen Kirche.
Die neue Osterkirche wurde am 22.06.2014 von Bischof Gothart Maargard geweiht.

 

Der Taufstein

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Foto: Helga Pergande

 

Taufe in einer uralten Getreidemühle
aus: Barmstedter Zeitung vom 9.7.2004, S. 4
Bild: Pastor Dr. Andreas Pawlas von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Barmstedt vor dem Taufbecken, das eine besondere Geschichte hat. Foto:Pergande

Granitgefäß aus Taiwan gelangt in Gotteshaus der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Barmstedt. Es ist dem Barmstedter Rainer Sanchez zu verdanken, dass in Klein Offenseth-Sparrieshhop die Taufschale auf dem Altar ausgedient hat. Von Helga Pergande


Klein Offenseth-Sparrieshoop/Barmstedt.

In einer uralten Getreidemühle getauft zu werden, ist schon etwas Besonderes. Das gräulich schim mernde Granitgefäß steht in der Kapelle in der Gemeinde Klein Offenseth-Sparrieshoop, die zur evangelisch-lutheri schen Kirchengemeinde Barmstedt gehört. "Bis 1996 besaßen wir gar keinen Tauf stein", sagt der zuständige Pastor Dr. Andreas Pawlas. Ge tauft wurde in einer Schale auf dem Altar.
Dem Barmstedter Rainer Sanchez, der einen Gottesdienst in der Kapelle besuchte, fiel das Fehlen eines würdigen Taufbeckens auf, und er hatte sogleich eine Idee:" Vor 20]ahren führte mich eine Geschäftsreise nach Taiwan. Dort kaufte ich in einem Dorf am Wegrand aufgestellte Trödel ware" , berichtet er. Das gesamte Dorf habe einer neuen Stra ße weichen müssen, und die Bewohner trennten sich von überflüssigen und schweren Gegenständen. "Ich fand unter anderem die etwa 200 Jahre
alte Getreidemühle und nahm sie mit nach Barmstedt", so Sanchez. Er stiftete außer eini gen Bildern für die kahlen Kapellenwände eben diese Mühle als Taufstein.

Feierliche Weihung des Gebrauchsgegenstands

"Welch eine wunderbare Zweckentfremdung", war Pawlas begeistert. Die Taufe sei die Lebenshilfe, die über dem Tod stehe. "Die Hilfe zum Leben aus dem Gefäß zu geben, in dem Grundnahrungsmittel bearbeitet wurden, ist ein pas sender Bezug", so Pawlas. Fei erlich wurde der chinesische Gebrauchsgegenstand geweiht. Was zum Getreidestampfen die richtige Größe
hatte, erwies sich als Taufstein jedoch als zu niedrig. Ein pensionierter Steinmetz fand auf dem Barmstedter Friedhof einen Kissenstein, den er passend als Sockel für die Stampfmühle umarbeitete. In den Stein meißelte er die Kurzform des Taufbefehls "Ich bin bei euch alle Tage, spricht Christus". (Matthäus, Vers 28)
Ab dem Pfingstfest 1996 brauchte sich der Pastor wäh rend der Taufe nicht mehr tief zu bücken, bekam dafür aber jedesmal nasse Ärmel, weil der nun mit geweihtem Wasser ge füllte Hohlraum zu tief war. Wieder kam der glückliche Zufall zur Hilfe: Eine Sparrieshooperin spanischer Herkunft stif tete einen Brasero aus getriebenem Metall. Der Gebrauchsge genstand wird in spanischen Familien an kalten Tagen mangels fehlender Heizung mit Holzkohle gefüllt, die, zum Glühen gebracht, in den Zim-
mern wohlige Wärme verbreitet.

Kohlebecken wurde auf der Insel Sylt entdeckt

Das spanische Kohlebecken war in Wenningstedt (Sylt) entdeckt worden. Es passte genau in die Höhlung des Taufbeckens. Nun konnte der Pas tor den Taufgottesdienst trockenen Ärmels gestalten. "Die Botschaft ist komplett", freut sich Pawlas. Zur Lebenshilfe in Form von geistig religiöser und körperlicher Nahrung komme nun die Wärme durch Gottes Liebe hinzu. Allein in diesem Jahr wurden in dem symbol trächtigen Steinbecken 30 Kin der getauft.
Die schwere, mit Holz umkleidete Orgel der Kapelle, die dem Becken weichen musste, fand ihren neuen Standort im
hinteren Teil des Raums. "Die Konfirmandengruppe bewährte sich in diesem Fall außerordentlich", lobt Pawlas. Die Jugendlichen ließen ihre Muskeln spielen und wuchteten das musische Möbelstück mit vereinten Kräften die Al tarstufen hinab. Unglückli cherweise blieb die Orgel bei dem Versuch, sie in neuer Um gebung zum Klingen zu bringen, stumm. "Ich hatte den Jungen eingeschärft, die Orgel nur am Gehäuse anzufassen, damit keine sensiblen Teile beschädigt werden", so Pawlas. Jugendliche indes ignorieren manchmal Anweisungen, und so fummelten sie doch an Schaltern und Hebeln des Instruments he-
rum. "Und siehe da, sie funktionierte plötzlich", nimmt der Pastor die Ungehörigkeit mit Humor. Denn sie bewirkte immerhin, dass der entscheidende Hebel wieder in die richtige Position glitt.
Das Gotteshaus birgt außer dem Taufstein einen weiteren ausgedienten und umfunktionierten Gegenstand: Das hölzerne Kreuz über dem Altar war ursprünglich einer der Bal ken, die das Dach des ehemali gen Bahnhofsgebäudes in der Stadt Barmstedt trugen. Ein Sparrieshooper Stellmacher schnitzte aus dem massiven Holzstück das schlichte Kreuz für die Kirche.

Der Engel

aus: Blickpunkt vom 21.7.2004

Neues Heim für Barmstedter Engel
Aus Schutt geborgen, restauriert und der Öffentlichkeit präsentiert

KLEIN OFFENSETH-SPARRIESHOOP (due). "Er hat seinen Engeln befohlen, dass sie uns behüten auf allen Wegen", heißt es in Vers 11 und 12 von Psalm 91. Ein Bibelwort, das für Andreas Pawlas, Pastor in Klein Offenseth-Sparrieshoop, für Halt und Stütze steht. Deshalb freut er sich, dass er den Besuchern der kleinen Kirche im Ort bei jedem Besuch ein engelsgleiches Lächeln mit auf den Weg geben kann.
Zwei hölzerne Barockengel geleiten die Gläubigen aus der Kirche. "Ich entdeckte sie durch Zufall unter einem Berg von Schutt in der Heilig-Geist-Kirche", berichtete Pawlas im BLICKPUNKT-Gespräch. Er ließ die geschnitzten Köpfe restaurieren und brachte sie kurzerhand über den Türen "seiner" kleinen Kirche an.
Doch eigentlich durfte er das nicht. Obwohl vor dem Fund niemand von der Existenz der historischen Köpfe wusste, gehörten sie doch zum denkmalgeschützten Barmstedter Gotteshaus. Das Landesamt für Denkmalschutz erhob Einspruch. Der Sparrieshooper Pastor müsse zumindest einen Überlassungsvertrag mit der Barmstedter Kirche vorweisen können, um die Engel in einer anderen Kirche aufhängen zu dürfen.
Dieser Vertrag ist nun langfristig geschlossen worden und Bürokraten sowie Gläubige sind zufrieden. Verblüffender Nebeneffekt: Wegen des Wandschmucks aus dem jahr 1717 wurde Sparrieshoop in die Liste der schleswig-holsteinischen Orte mit Altertümern aufgenommen, die das Landesamt für Denkmalschutz führt. Kleine Engel - große Wirkung.

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Mild lächelt der Engel auf Gottesdienstbesucher herab, die die
Kirche verlassen. Ergibt ihnen seinen Geleitschutz mit. Fotos:due


Das mag auch auf die moderne Version der himmlischen Boten zutreffen. Ein knapp sieben Zentimeter großer, 109 Gramm schwerer Bronzeengel, der segnend die Hände hebt, erstaunt seit fünf jahren die nordelbische Kirche (kleines Foto). Der Entwurf von Künstler Christoph Fischbach wird in der Benediktinerabtei Maria Laach hergestellt. Der Verein "Andere Zeiten" in der nordelbischen Kirche hat die Figur in Auftrag gegeben und verkauft sie seitdem. Rund 400 000 Menschen haben sich den kleinen Begleiter bereits angeschafft.
Nähere Information im Internet unter der Adresse: www.anderezeiten.de.

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Der Glockenturm

Sechs Jahre wurde für den Bau eines Glockenturms in Klein Offenseth-Sparrieshoop eine Kollekte gesammelt. Im Jahr 2003 war es dann endlich so weit, dass der Bau beginnen konnte.
Am Reformationstag, dem 31.10.2003, wurden in Passau die Glocken gegossen. Glühend fließt die Glockenspeise in die im Boden verborgene Glockenform.

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So sehen dann unsere neuen Glocken aus.

Und weil sie am Reformationstag gegossen worden sind heißt die kleine Glocke Katharina (nach Katharina von Bora):

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Und die große heißt Martin (nach Martin Luther):

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"Ehre sei Gott in der Höhe" lautet die Inschrift und beschreibt die Aufgabe, die unsere Glocken nun haben: Zur Ehre Gottes zu tönen´und so Menschen zu Andacht und Gottesdienst zu sammeln.

Nun endlich steht unser Glockenturm mit seinen beiden Glocken!

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Und auf seiner Spitze leuchtet das goldene Kreuz weit über das Dorf!

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